BLACKOUT

Die Stromversorgung ist die Achillesferse unserer modernen Gesellschaft. Alles hängt an einer sicheren Energieversorgung: die Industrie, der Verkehr, das gesamte private und öffentliche Leben. Ohne Strom bewegt sich nahezu nichts mehr. Es gehen einfach, wie der Volksmund sagt, die Lichter aus.

 
Teil 1: Chronik eines angekündigten Blackouts
Dokumentation, Deutschland 2004, Erstausstrahlung
Regie: Chris Humbs, Marcus Welle

Die Dokumentation von Chris Humbs und Marcus Weller versucht die Ursachen zu klären, die für die im Jahr 2003 in den USA und Kanada, Schweden und Dänemark sowie in Italien auftretenden flächendeckenden Stromausfälle verantwortlich waren. Ihre Recherchen fördern ein erschreckendes Ergebnis zu Tage.

Als im Jahr 2003 im Abstand von nur wenigen Tagen zuerst in den USA und in Kanada, dann in Schweden und Dänemark und schließlich in ganz Italien der Strom ausfiel, wollten viele nicht an einen Zufall glauben. Mit insgesamt 140 Millionen Betroffenen, einem Gesamtschaden von mehr als 20 Milliarden Euro und Dutzenden Verletzten war das Ganze zu folgenreich, um nur als Zufall erklärt und abgelegt werden zu können. Die Autoren der Dokumentation machen sich knapp ein Jahr nach den größten Stromausfällen der Geschichte auf die Suche nach Ursachen, Opfern und Verantwortlichen. Das Ergebnis ihrer Recherchen ist beängstigend. Ein Blackout kann und wird uns alle treffen - schon bald. Denn Stromausfälle in dieser Größenordnung sind das Ergebnis von Systemfehlern, gegen die wir nahezu machtlos sind. Es sei denn ... - Die Dokumentation ist eine filmische Spurensuche mit erstaunlichem Ergebnis.

Teil 2: Im Land der Generatoren

Dokumentation, Deutschland 2004, Erstausstrahlung
Regie: Christian Schulz

Albanien, über Jahrzehnte vom Rest Europas abgeschottet, ist auch heute noch bei der Stromversorgung seiner Bürger sogar Schlusslicht des Kontinents. Sowohl im Winter als auch im Sommer kommt es häufig zu Stromausfällen. Der Film zeigt, wie die Menschen im Land mit der katastrophalen Lage umgehen.

Albanien war jahrzehntelang von allen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Europa ausgeschlossen. Der Staat auf dem südlichen Balkan zählt ökonomisch immer noch zu den bedürftigsten des Kontinents. Bei der Stromversorgung ist Albanien sogar Schlusslicht. Vor allem im Winter gehören Stromausfälle zur Tagesordnung. Die Stromleitungen brechen überlastet zusammen, wenn durch die Nutzung von privaten Elektroheizungen der Stromverbrauch stark ansteigt. Im Sommer trocknen bei anhaltender Hitze die Stauseen aus, und da Albanien den Großteil seines Stromes aus Wasserkraftwerken gewinnt, wird die Stromversorgung erheblich eingeschränkt. Dann muss Strom importiert werden. Doch viele Elektrizitätswerke und Stromleitungen Albaniens sind veraltet und renovierungsbedürftig, ein gut ausgebautes Verbindungsnetz zu den Nachbarstaaten existiert nicht. Und der Strom aus dem Ausland muss mit Devisen bezahlt werden, die der albanische Staat nicht hat. Die Dokumentation zeigt den Alltag der Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Mangel zurechtkommen müssen, sei es im Zentrum oder den Armenvierteln der Hauptstadt Tirana oder im krisengeschüttelten Norden des Landes.

Teil 3: Gegen den Strom
Dokumentation, Deutschland 2004, Erstausstrahlung
Regie: Heidi Mühlenberg, Wolfgang Albus

Berlin zeichnet sich im Energiesektor durch ein dezentrales Versorgungssystem aus. Dadurch will man das Risiko für einen großflächigen Stromausfall minimieren. Außerdem setzt man in der deutschen Hauptstadt auf eine hochmoderne Technologie im Energiesektor.

Je zentraler die Stromversorgung, umso abhängiger die Verbraucher. Berlin mit seiner besonderen Geschichte hat das früh erkannt. Mit ihren 13 dezentralen Heizkraftwerken könnte sich die Stadt theoretisch selbst versorgen. Vom Blockheizkraftwerk bis zur Mikrogasturbine lassen sich in Berlin zahlreiche Formen der Energiebereitstellung finden, die der erschwerten Wettbewerbssituation seit der Liberalisierung der Strommärkte trotzen. Das neue "Heizkraftwerk Mitte" im Zentrum zum Beispiel ist eines der modernsten und effizientesten Heizkraftwerke der Welt, ein kombiniertes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. Sein Strom deckt etwa zehn Prozent des derzeitigen Bedarfs von Berlin und entspricht dem Stromverbrauch einer Großstadt mit 350.000 Einwohnern. Mit der Wärmeleistung werden nicht nur rund 60.000 Wohnungen mit umweltverträglicher Fernwärme beheizt, sondern im Sommer auch moderne Büros klimatisiert. Erreicht wird dabei ein Energieausnutzungsgrad von nahezu 90 Prozent, und das bei extrem niedrigen Emissionswerten. Doch es gibt noch andere innovative Stromideen. Etwa das private Miniatur-Blockheizkraftwerk in einem Berliner Vorstadthaus oder die mit Rapsöl betriebene Anlage im Keller des Bundestages. Berlin, einst Avantgarde in Sachen Stromtechnologie, kann auch heute wieder mit spannenden Energiekonzepten aufwarten.

 
...Der Text wurde 1:1 von arte übernommen, die werden schon nix dagegen haben...