| zurück |
Im Gleichschritt für den Frieden
Nach dem Ende des Kalten Krieges hat der Balkankrieg deutlich gezeigt, dass militärische Konfliktbewältigung auch in Europa nicht der Vergangenheit angehört. Daneben gehören die stets wieder aufflammenden Konflikte und Bürgerkriege in Afrika zu den vielfältigen Aufgaben, denen sich die EU heute stellen muss.
Innerhalb der Europäischen Union gehören Kriege zwischen den Nationen und Völkern der Vergangenheit an, selbst wenn der Krieg auf dem Balkan daran erinnert, dass Nachbarschaftskriege nicht völlig vom Kontinent verschwunden sind. Die Mitgliedsstaaten der EU sind der Meinung, dass die Union auch militärisch handlungsfähig sein muss. Zum Beispiel gegen die weltweiten Bedrohungen durch ABC-Waffen, Terrorismus und Mafia-Aktivitäten wie Menschenhandel, Drogenverbreitung und Geldwäsche. Europäische Armeen sind ferner beteiligt an der konkreten Umsetzung internationaler Solidarität bei humanitären, Gesundheits- und Naturkatastrophen. Vor über 15 Jahren mussten sich die führenden Politiker Europas eingestehen, vor ihrer Haustür zwischen den Völkern des ehemaligen Jugoslawiens den Frieden nicht erzwingen zu können. Die Erkenntnis, dass die EU zur Konfliktlösung auf dem eigenen Kontinent unfähig war, bestärkte die Mitgliedsstaaten in der Überzeugung, eine gemeinsame Verteidigungsdoktrin verwirklichen zu müssen und eigene militärische Mittel einzusetzen. Nur so meinte man, glaubwürdig und zuverlässig sein zu können. Da die Armee neben der Staatsflagge am deutlichsten die nationale Identität symbolisiert, ist der Gedanke, einen Teil der militärischen Mittel aller EU-Länder zusammenzulegen, das beeindruckendste Zeichen für die Entwicklung des Bewusstseins über die kollektiven Interessen Europas. |
|