MEIN FREUND, DER BAUM

Seit Urzeiten schützt und nützt er Mensch und Tier: Der Baum. Unzählige Mythen ranken sich vor allem um seine größten und schönsten Vertreter, sein Wert als Lebensraum und Wirtschaftsfaktor gewinnt heute jedoch wieder zunehmend an Bedeutung.

Der Weihnachtsbaum steht vielleicht noch geschmückt im Wohnzimmer, aber die Zeit, sich an seinen immergrünen Nadeln zu erfreuen, ist für diese Weihnachtszeit unwiederbringlich vorbei. Dennoch zog mit der grünen Tanne oder Fichte für kurze Zeit die Schönheit der Bäume, ihre Würde und ihr charakteristischer Geruch in viele Häuser ein. Der Themenabend geht unter anderem der Frage nach, was Bäume den Menschen an den anderen Tagen des Jahres bedeuten, nicht nur emotional, sondern rein praktisch als Nutzholz, ökologisch als Sauerstoffproduzent oder als Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen.

 
Teil 1: Der Baum der Bäume
Dokumentarfilm, Deutschland 2004, Erstausstrahlung
Regie: Herbert Ostwald

Die Eiche gilt als der "europäischste Baum der Bäume". Märchen und Sagen ranken sich um sie, von den Germanen wurde sie als Wohnsitz der Götter verehrt und Druiden gewannen heilende Säfte aus Blättern und Rinde. Der Film kombiniert faszinierende Naturaufnahmen mit märchenhaft inszenierten Mythen.

Umgeben von der stimmungsvollen Urwald-Kulisse des hessischen Reinhardswaldes thront eine charaktervolle 500-jährige Eiche. Mehr als elf Meter zählt ihr Umfang. Märchen und Sagen ranken sich um sie und sind Teil ihrer Geschichte, die den Blick in die Welt der Eichen öffnet. Der mächtige Baum ist Dreh- und Angelpunkt seines eigenen Universums. Eichelhäher, Eichhörnchen und Baummarder begleiten die Eiche durch die vier Jahreszeiten. Forscher entdecken in alten Baumstämmen Hinweise auf die Klimaentwicklung vergangener Jahrhunderte. Biologen suchen in den gewaltigen Baumkronen nach winzigen Bewohnern. Exemplarisch für ihre Artgenossen in ganz Europa erzählt die Eiche von Geschichte und Geschichten: von Robin Hood, der sich nach gelungenen Taten in der Major Oak versteckte. Von den Verehrungen der Germanen und von den Eichenmännern genannten Druiden, die die Zutaten ihrer geheimnisvollen Tränke von den Bäumen ernteten. Das Filmteam macht sich im Morgengrauen auf zur Trüffelsuche im italienischen Latium, besucht die berühmte, französische Eichenkapelle, deren Wände die verwachsenen Stämme eines Baumes sind, und wirft einen neugierigen Blick in eine Gerberei, die noch mit althergebrachten Methoden arbeitet.

15 Monate lang arbeiteten mehrere Kameraleute mit aufwändiger Technik an der Fertigstellung des Films. Dank Schienen- und Kranfahrten, Ballonflügen, Einsatz von Minikameras und atemberaubender Zeitraffer wird die Welt der Eichen aus ungeahnten Perspektiven betrachtet. In Szene gesetzte Mythen, Legenden und Rückblicke vervollständigen das Bild über den "europäischsten Baum der Bäume". Eine einzigartige Verknüpfung von geheimnisvollen Naturbildern mit märchenhaft inszenierten Mythen und faszinierenden Forschungsabenteuern.

 

Teil 2: Waldwende
Dokumentation, Deutschland 2003, Erstausstrahlung
Regie: Gerhard Thiel

Der Wald ist nicht nur wichtiger Wirtschaftsfaktor, er beeinflusst das Klima, ist Lebensraum vieler kleiner und großer Organismen und dient dem Menschen als Erholungsraum. Die jahrzehntelang auf Monokultur ausgerichtete Waldwirtschaft führte in eine Sackgasse. Orkanartige Stürme hinterließen verheerende Schäden. So ist ein Umdenken, eine "Waldwende" in Richtung naturnaher Waldbau überfällig. Die Dokumentation lässt Befürworter und Gegner dieser Idee zu Wort kommen.

Die fünf Milliarden Menschen auf der Erde verbrauchen rund vier Milliarden Kubikmeter Holz pro Jahr. Kein Zweifel, der Wald ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Er ist aber auch Lebensraum für unzählige Organismen, wirkt dem Treibhauseffekt entgegen, beeinflusst das Klima, reguliert den Wasserhaushalt, schützt vor Hochwasser, Erosion und Lawinen und dient als Erholungsraum. Doch der Wald ist in Gefahr. Seit Beginn der 80er Jahre schreckten Bilder vom so genannten "Waldsterben" die Öffentlichkeit auf. Spätestens seit den verheerenden Stürmen "Wiebke" und "Lothar", die in den 90er Jahren Tausende Quadratkilometer Wald verwüsteten und Millionenschäden verursachten, wurde klar, dass die Forstwirtschaft neue Wege gehen muss. Die in Monokulturen aufgeforsteten Plantagenwälder sind zu anfällig für Naturkatastrophen. Seit einigen Jahren verfolgen private und öffentliche Waldbesitzer ein neues Konzept. Allmählich sollen die bestehenden Plantagenwälder in artenreiche Mischwälder umgewandelt werden und Nadel- und Laubbäume aller Altersklassen das Ökosystem Wald stabiler machen. Doch lassen sich wirtschaftliche und ökologische Interessen in Einklang bringen? Auf der Suche nach dem Wald von morgen stellt die Dokumentation mehrere Wald-Forschungsprojekte in Deutschland, in der Schweiz und in Frankreich vor. Wissenschaftler, Förster und Waldbesitzer berichten über ihre Erfahrungen mit dem "ökologischen Waldumbau", mit der so genannten "Waldwende".


 
...Der Text wurde 1:1 von arte übernommen, die werden schon nix dagegen haben...