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NORDKOREA

Der Personenkult um den "großen Führer" Kim Jong Il und eine hungernde Bevölkerung gehören zu den wenigen Bildern, die aus dem fast gänzlich abgeschotteten Nordkorea nach außen dringen. Der Themenabend zeigt die Geschichte eines fast unbekannten Landes und wirft u. a. einen Blick auf sein Filmschaffen, das mehr preisgibt, als seinen Machthabern lieb ist.
 
Teil 1: DIE GRENZE UND DER KRIEG

Dokumentation · 58 MIN · VPS 20.45
Nordkorea, das seit 2002 zur "Achse des Bösen" gezählt wird, ist letztendlich ein unbekannter Staat. Mit Hilfe bisher unveröffentlichten Archivmaterials und zahlreicher Interviews versucht der Film herauszufinden, wie es um diesen kleinen Staat wirklich steht.

Dokumentation, Frankreich 2003, Erstausstrahlung Von: Pierre-Olivier François. Wiederholung am 28.01. im Nachmittagsprogramm.



Seit 150 Jahren befindet sich die koreanische Halbinsel im Kriegszustand. Jahrelang haben sich die Großmächte China, Russland, Japan und USA verheerenden Machtkämpfen hingegeben. Bis heute, 50 Jahre nach dem Ende des Korea-Krieges, wurde kein Friedensvertrag unterzeichnet. Eine "demilitarisierte Zone" trennt Nord- und Südkorea. Sie "schützt" noch immer den Süden und die ganze Welt vor einem Staat, der zunächst als kommunistischer Aggressor, dann als stalinistische Hölle galt und schließlich seit 2002 zur "Achse des Bösen" gezählt wird. 1958 fuhren einige junge Franzosen, unter ihnen der Filmemacher Chris Marker, nach Nordkorea - in ein damals dynamisches Land, das sehr viel reicher war als der Süden. Wie steht es heute um diesen kleinen, kämpferischen Staat? Die damals entstandenen und bisher unveröffentlichten Bilder, Filme aus nordkoreanischen Archiven und Exklusivinterviews mit Kennern Nordkoreas helfen bei der Spurensuche. Ist Nordkorea wirklich die von den Geheimdiensten geschilderte Bedrohung? Und wenn ja, warum? Zu Wort kommen u. a. Giancarlo Valori, Freund von Kim Il Sung und einziger zu seiner Beerdigung geladener Gast aus dem Westen, der ehemalige UNO-Generalsekretär B. Bouthros-Ghali, der ehemalige Leiter der CIA in Süd-Korea, Angehörige des derzeitigen südkoreanischen Präsidenten und ein Berater des Pentagon. Der Film zeigt aber auch die gegenwärtig stattfindende Annäherung der beiden Staaten. Die Hoffnung auf eine Entspannung ist zerbrechlich, denn die weitere Entwicklung hängt sowohl von der Zukunft des nordkoreanischen Regimes als auch von der Haltung der benachbarten Großmächte, die ihren jeweiligen Einflussbereich wahren wollen, ab.

 

Teil 2: NORDKOREA VON INNEN

Dokumentation · 53 MIN · VPS 21.50
Das Filmschaffen Nordkoreas ist im Ausland kaum bekannt. David Carr-Brown zeigt in seiner Dokumentation, dass die Filme Nordkoreas sehr viel über das Leben in dem nach außen fast völlig abgeriegelten Land aussagen. Gleichzeitig zeichnet er ein Porträt des diktatorischen Regimes um den "verehrten Heerführer" Kim Jong Il.

Dokumentation, Frankreich 2002 Von: David Carr-Brown. Wiederholung am 28.01. im Nachmittagsprogramm.



Die Dokumentation zeigt die dunkle Seite Nordkoreas anhand seines Filmschaffens, das im Ausland bisher kaum wahrgenommen wurde. Es wird deutlich, dass nordkoreanische Filme mehr aussagen, als den Machthabern lieb ist. In Werken wie "We Live Here" (1999), "The Tree Grows on its Roots" (1999) und "The Secretary of the Daho Canton" (2000) geht es unverhohlen um den aufkommenden Individualismus, die Privilegien der Militärs, in Erziehungslagern untergebrachte jugendliche Straftäter und um den Hunger. In der Hauptstadt Pjöngjang, auf dem Lande, in Fabriken und Schulen sowie in den Grenzgebieten zusätzlich gedrehte Szenen aus dem Alltag unterstreichen den Inhalt der Spielfilme und widerlegen die offiziellen Erklärungen. Die Dokumentation ist ebenfalls ein indirektes Porträt des "großen Führers" Kim Jong Il. Der "verehrte Heerführer" und Sohn des 1994 verstorbenen Staatsgründers und "geliebten und verehrten Führers" Kim Il Sung betätigt sich auch als Drehbuchautor, Regisseur, Filmtechniker und -theoretiker. Die Dokumentation geht der Natur des Regimes auf den Grund, das etwas weltfremd - und um den Preis eines übermenschlichen Widerstands gegen den Druck von außen - versucht, einen "koreanischen Weg" durchzusetzen.

 
...Der Text wurde 1:1 von arte übernommen, die werden schon nix dagegen haben...